Leben

Die Mezzosopranistin Rebekka Bigelmayr war zuletzt mit den Göttinger Symphonikern und der Nordwestdeutschen Philharmonie in der Altpartie des Requiems von Franz von Suppé zu erleben. Ihr Debut am Landestheater Detmold gab sie 2019 in der Rolle der Paoluccia in Niccolò Piccinis „La buona figliuola“ unter der Leitung von Ivan Törzs. Bei den Fontante-Festspielen 2019 nahe Berlin verkörperte sie als Schauspielerin sowie Sängerin die Figur der Cécile von St. Arnaud. Regie führte Frank Matthus, unter welchem sie ebenfalls 2018 bei der Kammeroper Schloss Rheinsberg (mit Gastspiel in Estland) in der Weltpremiere „A Bad Man's Life“ von Marc-Aurel Floros unter der Leitung von Andrei Diakov debütierte. Am Theater Bielefeld war sie mit dem Stabat Mater von G.B.Pergolesi zu hören. Weitere Rollen auf der Bühne waren Auszüge aus Samuel Barbers „Vanessa“ als Erika, Benjamin Brittens „Albert Herring“ als Nancy und Igor Strawinskys „The Rake´s Progress“ als Baba. Im Frühjahr 2017 konzipierte sie ihre eigene Produktion. Sie stellte die weltliche Solokantate „O numi eterni – Lucrezia“ von Georg Friedrich Händel mit Basso continuo Begleitung als eine komplexe, einstündige Performance mit Sologesang, zeitgenössischem Tanz und Elektroakustik zusammen. Von der Sängerin selbst geschriebene Texte verliehen dem Stück sowohl vom Tape als auch live gesprochen das besondere Etwas.

Besonders aufhorchen ließ sie durch das Stück Sequenza III (1966) von Luciano Berio, welches sie mit der Tänzerin Marie Nüzel erweitert und szenisch-performativ als Nachkriegswerk inszenierte. Damit gewann sie 2018 erstplatziert den Wettbewerb „Musik & Vermittlung“ in Detmold. Zu Beginn ihrer Gesangskarriere wurde sie erstmals für die „Berio-Sequenza“ mit dem Sonderpreis für zeitgenössische Musik im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ ausgezeichnet. Es folgten Einladungen des Bayerischen Rundfunks nach Nürnberg und in die Allerheiligen Hofkirche der Münchner Residenz. Erneut für die herausragende Auseinandersetzung mit Neuer Musik wurde sie 2017 mit dem schottischen Pianisten Christopher Harding beim Interpretationswettbewerb der Hochschule für Musik Detmold mit einem Sonderpreis geehrt.

Sie war Semifinalistin beim Bundeswettbewerb Gesang 2018 in der Universität der Künste Berlin.

Ebenso pflegt die Mezzosopranistin eine regelmäßige Konzerttätigkeit. Besondere Schätze, wie das Requiem von Maurice Duruflé, die Stabat Mater von Joseph Haydn und Giovanni Battista Pergolesi bereichern ihr Repertoire. Dazu kommen sämtliche Mozart-Messen, sowie die Oratorien und Passionen von Johann Sebastian Bach.

Mit Liebe zu unbekannteren Werken wirkte sie unter der Leitung von Peter Kreutz bei der Uraufführung am Theater Gütersloh und der CD-Produktion bei CPO der „Wilden Schwäne“ von Carl Reinecke mit. Sie sang mehrere Uraufführungen eigens für sie komponierter Liederzyklen des jungen Komponisten Max-Lukas Hundelshausen.

Als Performance-Künstlerin war sie u.a. in der Pasinger Fabrik München und dem Museum am Dom in Würzburg zu Gast.

Rebekka Bigelmayr studiert seit März 2020 im Konzertexamen Neue Musik bei Prof. Angelika Luz an der Musikhochschule Stuttgart. Zu Ihren wichtigsten Lehrerinnen zählen Susanne Winter aus München und Dorothea Geipel aus Detmold. Diese prägten sie entscheidend in ihrem künstlerischen Schaffen. Sie studierte bei Eeva Tenkanen, Alexis Wagner und Gerhild Romberger an der Hochschule für Musik Detmold. Vor dem Studium lernte sie nach einer externen Tanzausbildung an der Royal Academy of Dance/London zunächst bei der Filmschauspielerin Nicola Tiggeler die amerikanische Stimmbildungsmethode „Linklater“. Meisterkurse bei Margreet Honig und Sibylla Rubens sowie eine intensive Arbeit mit Christiane Iven bei der Sommerakademie Salzburg, der Musikakademie Ettal und im Privatunterricht gaben weitere Impulse.

Während des Studiums war Rebekka Bigelmayr mehrere Jahre Stipendiatin der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Hochschule für Musik Detmold.

Für das Wintersemester 2019/2020 hatte Rebekka Bigelmayr einen Lehrauftrag für Gesang an der Hochschule für Musik Detmold inne.

Rebekka Bigelmayr lebt und arbeitet in Stuttgart.