Leben

Die Münchner Mezzosopranistin Rebekka Bigelmayr debütierte 2018 bei der Kammeroper Schloss Rheinsberg in der Weltpremiere „A Bad Man's Life“ von Marc-Aurel Floros unter der Leitung von Andrei Diakov und Regie von Frank Matthus. Am Theater Bielefeld war sie mit dem Stabat Mater von G.B.Pergolesi unter der Leitung von Pawel Poplawski zu hören. Zeitgleich sang sie unter der Leitung von Ivan Törzs den Dackel und tanzte die Libelle im „Schlauen Füchslein“ von Leoš Janáček im Sommertheater Detmold

Ebenda sang sie einen der Geister in der Oper „Cendrillon“ von Jules Massenet unter der Leitung von Fabio Vettraino. Im Frühjahr 2017 konzipierte sie ihre eigene Produktion. Sie stellte die weltliche Solokantate „O numi eterni – Lucrezia“ von Georg Friedrich Händel mit Basso continuo Begleitung als eine komplexe, einstündige Performance mit Sologesang, zeitgenössischem Tanz und Elektroakustik zusammen. Von der Sängerin selbst geschriebene Texte verliehen dem Stück sowohl vom Tape als auch live gesprochen das besondere Etwas.

Besonders aufhorchen ließ sie durch das Stück Sequenza III (1966) von Luciano Berio, welches sie mit der Tänzerin Marie Nüzel erweitert und szenisch-performativ als Nachkriegswerk inszenierte. Damit gewann sie erstplatziert im Februar 2018 den Wettbewerb ,,Musik & Vermittlung“ in Detmold. 2011 wurde sie erstmals für die ,,Berio-Sequenza“ mit dem Sonderpreis für zeitgenössische Musik im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ ausgezeichnet. Es folgte eine Einladung des Bayerischen Rundfunks nach Nürnberg und zur Sternstundengala in die Allerheiligen Hofkirche der Münchner Residenz. Erneut für die herausragende Auseinandersetzung mit Neuer Musik wurde sie im Herbst 2017 mit dem schottischen Pianisten Christopher Harding beim Interpretationswettbewerb der Hochschule für Musik Detmold mit einem Sonderpreis geehrt.

Sie war Semifinalistin beim Bundeswettbewerb Gesang 2018 in der Universität der Künste Berlin.

Ebenso pflegt die Mezzosopranistin eine regelmäßige Konzerttätigkeit. Besondere Schätze, wie das Requiem von Maurice Duruflé, die Stabat Mater von Joseph Haydn und Giovanni Battista Pergolesi bereichern ihr Repertoire. Dazu kommen sämtliche Mozart-Messen, sowie die Oratorien und Passionen von Johann Sebastian Bach.

Mit Liebe zu unbekannteren Werken wirkte sie unter der Leitung von Peter Kreutz bei der Uraufführung am Theater Gütersloh und der CD-Produktion bei CPO der „Wilden Schwäne“ von Carl Reinecke mit. Im Februar 2016 war sie in der Uraufführung des Stückes „Im Nebel“ für Gesang und Klavier des jungen Komponisten Max-Lukas Hundelshausen zu hören. 2018 wird sie einen seiner neuen, für sie komponierten Hesse-Zyklen uraufführen. Sie gestaltete Abende mit Schumanns „Frauenliebe und Leben“, sowie Belcanto-Konzerte, bei welchen ausgewählte Arie Antiche einen Gegenpol zu dem Opus Nr. 86 von Johannes Brahms bildeten.

Neben regelmäßigen Konzert– und Liederabenden tritt sie als Performance-Künstlerin auf. Mit Marie Nüzel und Sophie Kellner war sie 2015 bei den Kulturtagen der Pasinger Fabrik in München zu erleben. Mit „Go-out-inside“ schufen die drei Künstlerinnen einen Komplex aus Video, Tanz und Klangkunst.

Sie studierte bei Prof. Gerhild Romberger und Eeva Tenkanen in Detmold. Die Zusammenarbeit mit Dorothea Geipel und Danica Kupkovič im szenischen Bereich und Schauspiel prägte sie entscheidend für ihr künstlerisches Schaffen. Vor dem Studium lernte sie nach einer externen Tanzausbildung an der Royal Academy of Dance/London zunächst bei der Filmschauspielerin Nicola Tiggeler die amerikanische Stimmbildungsmethode „Linklater“. Es folgte eine umfassende, sie bis heute begleitende Gesangsausbildung bei Susanne Winter in München.Meisterkurse bei Margreet Honig und Sibylla Rubens sowie eine intensive Arbeit mit Prof. Christiane Iven bei der Sommerakademie Salzburg, der Musikakademie Ettal und im Privatunterricht gaben weitere Impulse.

Während des Studiums war Rebekka Bigelmayr mehrere Jahre Stipendiatin der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Hochschule für Musik Detmold.